Ein Kind LC groß ziehen - vom Brei bis an den Tisch

Wenn Ihr meine vorherigen Blog Einträge fleißig gelesen habt, wisst ihr, dass ich mich schon vor der ersten Schwangerschaft LCHF ernährt habe und dies auch in der Schwangerschaft und Stillzeit so gut es eben ging beibehalten habe.

Nun war mein Junior 6 Monate und ich wollte langsam mit Beikost starten. Ich hatte mich viel damit beschäftigt, was ich mir für ihn als Ernährung vorstelle und wie ich es umsetzen möchte. Schnell war ich mir sicher, dass er gleich LC groß werden soll. Denn warum sollte ich ihm Lebensmittel geben, von denen ich überzeugt bin das sie ungesund sind und auf Dauer krank machen. Und warum sollte ich ihm die Vielfalt und Köstlichkeit einer LCHF Ernährung vorenthalten, die ich am eigenem Leib erfahren und lieben gelernt habe.

Ich habe mich auch mit dem Thema Baby Led weaning (BLW) auseinander gesetzt. Hierbei wird kein Brei gefüttert sondern das Essen in handgerechten Stücken gereicht. Das Baby darf entscheiden was und wie viel es essen mag. Und bekommt im Normalfall keinen Brei mit dem Löffel gefüttert. Ganz 100 Prozentig wollte ich BLW nicht umsetzen aber der Grundgedanke gefiel mir und so setzte ich einiges davon um.

-Der erste Brei-

Angefangen haben wir mit Brei einfach um zu testen ob Interesse besteht, lediglich als Angebot, ganz ohne Zwang. Der erste Brei war gut durchdacht: Avocado mit etwas Muttermilch und Knochenbrühe gemischt. Avocado gehört für mich zu den besten Lebensmitteln, es hat gute Fette und unglaublich viele Mineralstoffe und Vitamine. Knochenbrühe ist ebenfalls super gesund, auf Paleo wiki könnt ihr nachlese warum: http://www.paleorox.de/knochenbruehe-ein-vergessenes-superfood/

Mein Sohn war sofort begeistert und gierte nach dem Löffel. Langsam steigerte ich die Menge, als er eine gute Portion davon aß begann ich nach und nach anderes stärkearmes Gemüse ein zu führen. Einiges bot ich ihm gedämpft als Stücke an, er konnte es dann greifen zermatschen und genießen. Wenn ich Brei kochte, gab es immer eine gute Portion Weidenbutter, Ghee oder VCO (Kokosöl) mit dazu. Ansonsten wurde freudig weiter gestillt.

Als wir eine gute Grundlage an Gemüse getestet hatten gab es auch gerne mal gekochtes Eigelb in den Brei gemischt, sowie Fleisch und Fisch.

Wir haben uns gut 2 Monate damit begnügt nur eine Mahlzeit ersetzt zu haben, einfach weil ich weiterhin noch viel stillen wollte und mein Sohn damit zufrieden war. Diese eine Mahlzeit gab es in der Regel Mittags. Mit gut 8 Monaten führten wir dann eine 2. Mahlzeit ein.

Diese sah insgesamt ähnlich aus wie die Erste nur gab es nicht das selbe 2 x am Tag.

Sondern eben z. B. Mittags Avocado mir Eigelb und/oder Knochenbrühe und Abends Gemüse mit Fleisch/ Fisch als Fingerfood. Oftmals bekam er von unserem Essen wenn es passte.

-Wie es weiter ging-

Als ich überlegte wie es weiter gehen soll, entschied ich mich dafür, dass Abendessen zu ersetzen. Wieder eine herzhafte Variante. Die Entscheidung kam einfach so aus dem Bauch heraus, mein Sohn war damals 8 Monate er liebte Gemüse, Fleisch und Co., somit sah ich keinen Sinn darin seinen Geschmack schon an süßes Obst und Co zu gewöhnen. Für uns war es gut so, mein Sohn immer noch zufrieden. Er Aß immer mehr vom Tisch mit. Ich würzte auch nur etwas weniger, achtete aber auch bei den Gewürzen auf gute Qualität. Salz gibt es bei uns z. B. schon immer nur Meersalz oder Ursalz, ohne Trennmittel.

Ich weiß nicht mehr genau wann wir das Frühstück einführten, aber ich schätze, dass es so mit ca. 9-10 Monaten war.

Hier gab es z. B. Avocado-Joghurt (mit einem hohen Avocado-Anteil) mit geriebenen Nüssen und Beeren, sowie Mandelfrühstück, Pfannkuchen oder einen Chia-Pudding.

Langsam gab es die ersten Obststücke, hier achtete ich darauf das es nicht zu viel wurde und wählte prinzipiell lieber KH armes Obst. Somit standen Bananen nur selten auf dem Speiseplan. Aber mein Sohn liebte ohnehin Beerenfrüchte so sehr, dass ich da echt viele von kaufen musste. *lach*

Um diese Zeit gab es auch mal LC-Brot zum probieren, jedoch fand er das nie sonderlich interessant und aß lieber den Belag herunter. Avocado-Tunfisch Salat mit gutem Leinöl war bei ihm ebenfalls der absolute Renner, sowie Eierspeisen mit Gemüse jeglicher Art.

- Der Kleine wird groß -

Mit ca. einem Jahr gab es bei uns essen nur noch vom Tisch und gar keinen Brei mehr. Außerdem hatte mein Sohn sich abgestillt. Die Muttermilch wurde nicht durch Pre oder ähnliches ersetzt. In der Nacht gab es Wasser wenn er trinken wollte und sonst gab es ja Sahne, Joghurt, Mascapone und Co in den Mahlzeiten. Ich hätte auch keinen Sinn darin gesehen, wenn ich ja stillen könnte, ihm Pre, Folgemilch oder Kuhmilch zu geben.

Für mich war das von ihm selbst eingeleitete abstillen ein Zeichen dafür, dass er keine Milch mehr brauchte.

- Mit ca. 2 Jahren wurde es langsam schwieriger -

Einfach weil mein Sohn feststellte das andere Menschen Dinge aßen, die er nicht kannte und daran Interesse zeigte. So fing ich an gelegentlich Dinge wie selbstgemachtes LC Eis, Waffeln, Kuchen und Co herzustellen damit er nicht das Gefühl hatte zu kurz zu kommen. Auch gab es dann mal hochprozentige (85-99%) Schokolade oder Stevia-Schokolade von Cavalier. Für mich sind das Kompromisse die einfach dazu gehören und die Ok sind. Mit seinen Alternativen ist er bisher noch immer zufrieden, Kartoffeln und Pommes durfte er schon probieren. Ich gehe mal davon aus, dass wenn er mit 3 Jahren in den Kindergarten kommt, neue Herausforderungen auf uns zukommen werden. Doch ich sehe dem entspannt entgegen, der Grundstein für eine gesunde Ernährung ist bei ihm gelegt.

- Dinge die mir persönlich besonders wichtig erscheinen-

Einige Dinge wie z.B. Getreide jeglicher Art, gluten- und zuckerhaltige Lebensmittel sowie Sojaprodukte waren und sind bei uns bisher streng Tabu.

Bei Gemüse oder Fleisch und sonstigen Lebensmitteln ist es mir wichtig auf gute Qualität zu achten.

Zu guter Letzt natürlich viele gesunde Fette zu geben. Am Anfang, solange noch hauptsächlich gestillt wird, ist das nicht ganz so wichtig. Trotzdem habe ich Fette gleich mit Beginn der Beikost eingeführt und nach und nach die Menge gesteigert.

- Wie mein Junior bisher damit umgeht-

Wenn wir unterwegs sind habe ich oft Alternativen dabei und erkläre ihm dann, das wir das was andere haben nicht essen. Das er aber jetzt dies oder jenes haben kann oder, dass ich ihm Zuhause sowas in gesund geben oder zubereiten kann. Er selber fing irgendwann an zu den nicht konformen Lebensmitteln "Baah" zu sagen. Je mehr er versteht und hinterfragt desto mehr erkläre ich ihm dazu. Bisher ist der Plan, dass wenn ich das Gefühl habe, dass er den Unterschied einigermaßen erkannt hat ich ihn frei entscheiden lasse was er isst auch wenn er dann mal Nudeln, Pizza oder eine Brezel probieren mag. Einfach weil ich von Verboten in dieser Richtung nichts halte. Ich hoffe dann, dass er spürt das ihm dieses Essen nicht gut tut.

Mein Sohn entwickelt sich wunderbar und wir werden echt häufig darauf angesprochen was für ein lieber und ruhiger Junge er ist. Er hat selten Aggressionen, Trotzphasen sind auch nur wenig ausgeprägt. Er ist einfach insgesamt sehr ausgeglichen. Ob es an der Ernährung liegt? Ich denke ja.

Auf jeden Fall werde ich es bei unserer Tochter, die im November geboren wird wieder so machen. Nur würde ich mir dieses Mal wünschen, länger voll stillen zu können (vielleicht 7-8 Monate) und hoffe das sie auch länger als "nur" 12 Monate gestillt werden möchte :)

Liebe Grüße

Bianca

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